Auf die richtige Absicherung setzen

Während in den USA der Protektionismus voranschreitet, geht die EU neue Handelsabkommen ein. Nach Mexiko, Japan, Singapur und den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) will die EU nun auch Handelsabkommen mit Australien und Neuseeland schließen.

Australien und Neuseeland hatten bisher eigentlich vor allem auf eine Freihandelszone mit den USA und neun anderen Ländern gesetzt. Nachdem die USA das Vorhaben jedoch haben platzen lassen, sieht die EU-Kommission nun ihre Chance. Vor allem die Automobilbranche, der Maschinenbausektor sowie die Chemie- und Pharmaindustrie könnten hier ihre Absatzzahlen steigern.

Auch Atradius, einer der führenden Kreditversicherer, sieht in dieser Entwicklung großes Geschäftspotenzial für deutsche Exporteure – aber auch Risiken. Vor allem, wenn noch keine Erfahrungen hinsichtlich des Zahlungsverhaltens in den entsprechenden Ländern vorliegen. In mehreren Ländern, mit denen im Moment an neuen Handelsabkommen gearbeitet wird, ist das Risiko für Zahlungsausfälle hoch. So bestehen laut Atradius bei Geschäften mit Unternehmen in Argentinien große Unsicherheiten für Lieferanten und Dienstleister, da sich das Land in einer unsicheren wirtschaftlichen Erholungsphase befindet und wegen der anhaltend hohen Inflation kurzfristig wieder in einen Abwärtstrend geraten könnte.

Auch bei Geschäftsanbahnungen mit Abnehmern in Brasilien rät Atradius Exporteuren dazu, sich vorab ein genaues Bild bezüglich der Zahlungsrisiken zu machen. Das Insolvenzvolumen am Zuckerhut ist zwar im Zuge der wirtschaftlichen Erholung seit 2015 gesunken, jedoch befindet es sich immer noch auf einem sehr hohen Level im Vergleich zu anderen Schwellenmärkten.

Ebenso in der südostasiatischen Republik Vietnam ist das Risiko einen Zahlungsausfall zu erleiden weiterhin sehr hoch. Vor allem die vorherrschende Korruption, die finanziell nur schwach ausgestatteten Unternehmen, die oftmals in Staatsbesitz sind, sowie die hohe Anzahl an notleidenden Krediten im Bankensektor erschweren die Lage für deutsche Exporteure.

Und welche Chancen ergeben sich in den anderen Verhandlungsländern?

Bis zum Sommer soll das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU unterzeichnet werden. Im Herbst 2019 könnte es dann in Kraft treten. Als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt – nach China und den USA – ist Japan ein attraktiver Absatzmarkt für europäische Exporteure. Laut Atradius würden vor allem die Automobil-, Chemie- und Pharmaindustrie sowie der Maschinenbau und die Konsumgüterindustrie profitieren.

Die südamerikanischen Märkte weisen bislang hohe Hürden für Exporteure auf. Ändert sich dies, würden vor allem die europäischen Automobil-, Chemie- und Maschinenbauunternehmen profitieren.

Mexiko und die EU sind sich einig, das Abkommen aus dem Jahr 2000 zu aktualisieren. Waren bisher vor allem industrielle Güter eingeschlossen, sollen jetzt Agrar- und Lebensmittelprodukte, Dienstleistungen und staatliche Aufträge hinzukommen.

Anfang April hat die EU-Kommission die Ergebnisse der Verhandlungen mit Singapur vorgelegt. Nun hofft man auf eine schnelle Ratifizierung. Nutznießer wären hier vor allem die Branchen Finanzen, Dienstleistungen, Transport und Telekommunikation.

Mit der richtigen Absicherung gegen Zahlungsausfälle können Sie das Potenzial der neuen Absatzmärkte voll ausschöpfen. Bei einer Kreditversicherung sollten Sie darauf achten, dass die Policeninhalte zu den Exportzielen passen. Gerne überprüfen wir dies für Sie und geben Ihnen entsprechende Empfehlungen. Ausführliche Informationen zur Atradius-Studie EU to speed up completion of free trade agreements finden Sie unter www.atradius.de.

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