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Mehr Pleiten bedeuten mehr Informationsbedarf

Kreditversicherung

Mehr Pleiten bedeuten mehr Informationsbedarf

Neben der Zahl der Insolvenzen steigt vor allem die Summe der aus den Pleiten entstandenen Schäden. Zuverlässige Wirtschaftsauskünfte und die Überwachung von Lieferanten gewinnen an Bedeutung, vor allem wenn man als Unternehmen geschäftsfähig bleiben will. 

Ein Thema, das auch für uns als Versicherungsmakler für Kreditversicherungen und Bürgschaften zunehmend an Bedeutung gewinnt, denn: Zahlungsausfälle sind versicherbar. Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen der Unternehmensinsolvenzen und die Tools, die Unterstützung bieten, wenn es um Zahlungsfähigkeit und Bonität geht. 

Offizielle Zahlen zu Unternehmensinsolvenzen werden in Deutschland mit großem zeitlichen Verzug veröffentlicht. Zum aktuellen Stand (Mitte August) gibt es lediglich die Zahlen bis April 2023 – aber diese zeigen bereits einen deutlichen Trend auf. In jedem Monat diesen Jahres lag die Anzahl der Insolvenzen oberhalb des Vorjahres. Zusammengenommen steht ein Plus von 17 % zu Buche. Allerdings bleiben die Zahlen bisher noch unterhalb derer von 2020 (-10 %) und 2019 (-15 %) und somit unter Vor-Pandemie-Niveau. Also alles in Ordnung? Nicht unbedingt, wie der Blick auf die Verteilung der Insolvenzen nach Wirtschaftszweig deutlich macht. Denn auch wenn in der deutschen Wirtschaft insgesamt ein allmählicher Normalisierungsprozess hin zum Niveau von 2019 zu beobachten ist, so gilt dies nicht für jede Branche. So fallen beispielsweise die Anstiege der Firmenpleiten in der Pharmabranche (100 % zum Vorjahr), in der IT- und Kommunikationsbranche (55 %), im Chemiesektor (50 %) und im Bereich Papier/Verpackung (50 %) besonders hoch aus. Branchen mit weniger Insolvenzen gibt es wenige – hierzu gehören Metall (-50 %), Energie (-47 %) und Automotive (-47 %).  

STARKER ANSTIEG BEI INSOLVENZSCHÄDEN

Ein zweiter wichtiger Aspekt, den es zu beachten gilt: Die reine Zahl der Insolvenzen repräsentiert nicht den Schaden. In der Statistik wird jede Insolvenz gleich gewichtet, aber für die Wirtschaft ist erheblich, ob es sich um Pleiten großer oder kleiner Unternehmen handelt. Hierbei fällt auf, dass die offiziellen Zahlen zu Forderungen aus Insolvenzen in diesem Jahr zwischen Januar und April erheblich gestiegen sind – um 67 % auf bereits 8 Mrd. Euro. Sollte dieser Verlauf repräsentativ für das Jahr 2023 sein, dann würde dies eines der teuersten Jahre der vergangenen Dekade werden.

Auch hier lohnt sich ein Detailblick auf einzelne Branchen: Im Vergleich zu 2022 sind die Schäden im Bereich Real Estate um 37 % gesunken und überraschend fallen auch im Bau- (-20 %) und Transportwesen (-12 %) die Rechnungen aus Insolvenzen bislang geringer aus. Dies wird jedoch überkompensiert durch die erheblichen Schäden im (Einzel-)Handel (565 %), im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (561 %) oder auch im Gastgewerbe (134 %). 

KNOW YOUR BUSINESS PARTNER: INFORMATIONEN GEWINNEN AN BEDEUTUNG

Ein so volatiles Umfeld stellt hohe Anforderungen an das Risikomanagement von Unternehmen. Es geht darum, Geschäftsrisiken frühzeitig zu erkennen und die Bonität von Geschäftspartnern – egal ob Debitor oder Kreditor – bestmöglich einzuschätzen. Zuverlässige und aktuelle Wirtschaftsauskünfte gewinnen an Bedeutung. Um diesem gestiegenen Bedarf Rechnung zu tragen, hat der Kreditversicherer Coface die Online-Plattform Urba360 eingeführt. Bei dem webbasierten Angebot können Kunden einfach, schnell und intuitiv auf ein breites Spektrum an Unternehmensdaten, Finanzkennzahlen und Risikoanalysen zugreifen, die weit über die Detailtiefe gängiger Auskunfteien hinausgehen. Alle Reports, Scores und Kreditempfehlungen sind länderübergreifend einheitlich gehalten. Das macht die Einschätzung der Kreditwürdigkeit auch für exportorientierte Unternehmen einfacher. 
Die Coface stellt also die Informationen und Auskünfte, die sie für ihr eigenes Risikomanagement innerhalb der Kreditversicherung nutzt, auch den Nutzern von Urba360 zur Verfügung. Ein wichtiger Bestandteil dieses Services sind die Zahlungserfahrungen von Kreditversicherungsnehmern. Werden Zahlungsziele überschritten, müssen Versicherungsnehmer dies ab einem bestimmten Zeitpunkt melden. Diese Informationen fließen dann unmittelbar in die Auskünfte mit ein. 

Sie haben Fragen zum Thema Kreditversicherungen oder möchten wissen, welche Tools Sie im Alltag unterstützen können? Dann sprechen Sie uns gerne an. 

Mehr Pleiten bedeuten mehr Informationsbedarf
Reinhard Streibel
Geschäftsführer
ARTUS Credit